[Zur Kritik aus der Werra Rundschau vom 30.8.2021, Eschwege]

Nach langer Coronapause hat das Junge Theater Eschwege am Wochenende mit dem Familienstück „Frühstück mit Wolf“ wieder eine Premiere gefeiert.

Eschwege – Was passiert, wenn ein hungriger Wolf auf drei kleine Schweinchen trifft? Diese Frage beantwortete das neue Stück des Jungen Theaters Eschwege „Frühstück mit Wolf“, das am Samstag Premiere hatte.

„Früher war das viel leichter, da hat man die Schweine einfach gefressen. Heute sind es Architekten-Schnitzel“, muss der böse Wolf namens Dieter, dargestellt von Nicole Wolf, mit Enttäuschen feststellen. Denn die drei kleinen Schweinchen Schmalz, Borste und Fässchen, gespielt von Angelique Weck, Rosie Schmerbach und Heiko Alsleben, sind nicht nur einfache Schweine, sie sind Architekten und wollen sich jeder ein eigenes Haus bauen.

Nach langer coronabedingter Pause konnte es für das Ensemble des Jungen Theaters endlich wieder losgehen und das Familienstück mit Musik von Gertrud Pigor feierte am Samstag bei „Sommer auf dem Werdchen“ Premiere.

Die Schweinchen Schmalz, Borste und Fässchen leben munter in den Tag hinein und erfüllen sich endlich ihren Traum: „Jedes Schwein möchte Hausbesitzer sein!“ Nachdem jeder der drei den perfekten Bauplatz auf einer grünen Wiese gefunden und vermessen hat, lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf.

Sei es ein Keller auf dem Dach, ein Pool mit Rutsche oder ein schaukelnder Balkon: Die Schweine erfüllen sich den Traum vom Eigenheim und ziehen mit einem zufriedenen „Fertig ist die Laube“ in ihre Häuschen.

So weit so gut, wäre da nicht der hungrige Wolf. Geplagt vom Hunger, kann er an nichts anderes denken als an saftige Koteletts und Schnitzel. Als er allerdings zusammen mit den anderen Bewohnern der Wiese, der Schnecke (Barbara Hoefel) und dem Maulwurf (Franziska Keudel), feststellt, dass jemand seine Wiese bebaut hat, beginnt für Wolf Dieter der Spaß.

Ein Haus nach dem anderen bringt er durch Pusten zu Fall, auch das Haus der Schnecke bleibt nicht verschont. Für die Schweinchen wird die Situation brenzlig, am Haus des Schweins Borste scheitert der Wolf allerdings, denn die clevere Architektin hat an alles gedacht und sogar eine Alarmanlage eingebaut. Als die anderen Schweine daraufhin bei Borste einziehen, ist diese entsetzt und sucht Hilfe beim Wolf, der sich inzwischen mit ein paar Hühnern getröstet hat.

Der Wolf zeigt Borste, was es heißt, ein böser Wolf zu sein: Gemein sein und nie das tun, was andere wollen. Borste wird zum „Hilfswolf“ ernannt und ist schon drauf und dran, ihre Freunde dem Wolf zum Frühstück zu servieren, doch die cleveren Schweine schaffen es, den Wolf auszutricksen, sodass am Ende alle gemeinsam Gemüse, Pfannkuchen und frische Brötchen verspeisen.

Aufgrund des Wetters zogen die Schweine vorsichtshalber ins E-Werk um, aber auch dort schafften es die Darsteller und das Technik-Team, eine sommerlich-fröhliche Atmosphäre zu kreieren. Mit einer lustigen Geschichte, mitreißenden Liedern und großer Spielfreude sorgte das Junge Theater für viele Lacher, wippende Füße und lauten Applaus. (Anna Schellhase)

Fotos von Karina Preiß/Sebastian Perels

“Frühstück mit Wolf” – Kritik von Anna Schellhase, WR

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